Das Elefanten-Dilemma: Warum wir alte Glaubenssätze mitschleppen

 


Der unsichtbare Pflock im Kopf: Warum wir oft aufgeben, obwohl wir längst stark genug sind

​Erinnerst du dich an den Zirkuselefanten? Wenn du schon mal in einem Zirkus warst, ist dir vielleicht diese Szene aufgefallen: Ein riesiger, tonnenschwerer Elefant ist mit nur einem dünnen Seil an einem kleinen Holzpflock im Boden festgebunden. Er könnte diesen Pflock mit einem einzigen kleinen Ruck aus der Erde reißen und davonspazieren. Aber er tut es nicht. Er steht einfach da und rührt sich nicht.

​Warum? Weil er es als kleiner Baby-Elefant gelernt hat.

​Wenn die Vergangenheit unsere Gegenwart fesselt

​Als der Elefant noch klein war, wurde er genau mit diesem Seil und diesem Pflock angebunden. Damals versuchte er sich zu befreien, zog mit aller Kraft, strampelte und schwitzte – aber der Pflock rührte sich nicht. Er war schlicht zu schwach. Nach Dutzenden vergeblicher Versuche gab das kleine Tier auf. Es speicherte in seinem Gehirn ab: „Es hat keinen Sinn. Ich kann mich nicht befreien.“

​Das Tragische daran? Der Elefant ist längst erwachsen, kräftig und tonnenschwer. Aber in seinem Kopf ist er immer noch das kleine, hilflose Baby von damals. Der Pflock ist längst im Bewusstsein verschwunden, doch der Glaube an die Ohnmacht ist geblieben.

​Und mal ganz ehrlich: Wie oft machen wir genau dasselbe?

​Unsere ganz persönlichen Elefanten-Seile

​Wir alle tragen solche unsichtbaren Seile und Pflöcke in uns. Sie stammen aus unserer Kindheit, aus früheren Beziehungen, aus geplatzten Projekten oder Momenten, in denen wir gescheitert sind.

  • „Ich kann nicht gut vor Leuten sprechen.“ (Weil dir in der dritten Klasse mal ein Lehrer ins Wort gefallen ist.)
  • „Ich darf niemandem vertrauen, sonst werde ich verletzt.“ (Wegen einer schmerzhaften Enttäuschung vor zehn Jahren.)
  • „Ich schaffe das ohnehin nicht alleine.“ (Weil dir früher oft eingeredet wurde, du bräuchtest Hilfe.)

​Das Verrückte ist: Heute haben wir die Kompetenzen, die Kraft und die Möglichkeiten. Wir sind der erwachsene Elefant. Doch das alte Glaubensmuster hält uns zurück wie ein dickes Stahltau. Wir ziehen gar nicht erst an dem Pflock, weil wir tief drinnen glauben, wir seien immer noch machtlos.

​Die systemische Schatzkisten-Frage

​In der systemischen Arbeit schauen wir nicht nur darauf, woher das Seil kommt, sondern vor allem darauf, ob es heute noch Gültigkeit hat.

​Wenn du das nächste Mal merkst, dass du vor einer Aufgabe kapitulierst, bevor du überhaupt angefangen hast, halte kurz inne und frage dich:

  1. Aus welcher Zeit stammt dieser Glaubenssatz eigentlich?
  2. Wie groß und stark bin ich heute im Vergleich zu damals?
  3. Was würde passieren, wenn ich jetzt einfach mal an dem Seil ziehe?

​Du bist nicht mehr das Kind, der Anfänger oder der Gescheiterte von damals. Du hast längst die Kraft, den alten Pflock umzuwerfen.

​Dein Schatz-Moment für heute:

​Such dir eine Sache aus, bei der du das Gefühl hast: „Das schaffe ich sowieso nicht, das ging noch nie.“ Schreib sie auf ein Blatt Papier. Und dann schreib daneben, wie viel älter, klüger und erfahrener du heute im Vergleich zu dem Moment bist, in dem du diesen Glauben gefasst hast.

Vielleicht ist es an der Zeit, das Seil durchzuschneiden.

https://www.helmgruen.de/


Hinweis: Dieser Beitrag und/oder die enthaltenen Bilder wurden mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.“

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