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Es werden Posts vom Mai, 2026 angezeigt.

Was ist eigentlich "systemisch"?

Hast du dich schon mal über das Verhalten eines Kollegen geärgert? Oder darüber, dass dein Partner oder deine Partnerin schon wieder vergessen hat, den Müll rauszubringen? Meistens ist unsere Reaktion darauf reflexartig: Wir suchen den Fehler bei der anderen Person (oder bei uns selbst) und versuchen, sie zu ändern. Das klappt selten. ​Genau hier setzt die systemische Sichtweise an. Sie ist keine graue Theorie, sondern ein sehr praktisches Werkzeug für deinen Alltag. ​Das Mobile-Prinzip: Nichts passiert im luftleeren Raum ​Stell dir ein Mobile vor, das über einem Kinderbett hängt. Wenn du an einer einzigen Figur ziehst, was passiert? Das gesamte Mobile gerät in Schwingung. Jedes einzelne Teil bewegt sich mit. ​Genau so funktioniert dein Leben. Du bist keine isolierte Insel. Du bist Teil von Systemen: deiner Familie, deiner Beziehung, deinem Team im Job. ​Wenn es im System knirscht, neigen wir dazu, auf die eine Person zu zeigen, die nervt oder „das Problem hat“. Die systemische Brille ...

Das inspirierende Umfeld

Warum teures Spielzeug das Denken blockiert (Und was dein Kind wirklich braucht) ​In den ersten beiden Teilen unserer Piaget-Serie haben wir gelernt, wie wir unsere innere Haltung verändern und durch clevere Gegenfragen die „produktive Verwirrung“ im Kopf unserer Kinder nutzen. Heute verlassen wir die sprachliche Ebene und schauen uns den Raum an, in dem dein Kind lebt. ​Jean Piaget war überzeugt: Intelligenz entsteht durch das Handeln mit der Umwelt. Ein Kind muss die Welt im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. ​Das bedeutet für uns Erwachsene: Die Umgebung, die wir für unsere Kinder schaffen, ist nicht einfach nur Kulisse. In der Pädagogik nennt man sie oft den „dritten Erzieher“ (neben den Eltern und den Pädagogen). Doch wer jetzt glaubt, er müsse das Kinderzimmer mit teurem, pädagogischem High-Tech-Spielzeug ausstatten, läuft in eine Falle. ​Die Falle der „Closed-Ended“ Spielzeuge ​Warst du schon mal in einem Spielzeugladen? Überall blinkt, piept und spricht es. Plastikautos, die ...

Die Kunst des Fragens

Heute schauen wir uns das schärfste Werkzeug an, das Jean Piaget uns für den Alltag geschenkt hat: Das sokratische Fragen. Oder einfacher gesagt: Die Kunst, durch die richtige Gegenfrage einen genialen „Aha-Moment“ im Kopf deines Kindes auszulösen. ​Warum Antworten das Denken stoppen ​Kinder sind von Natur aus neugierig und stellen uns Löcher in den Bauch. Unsere erwachsene Reaktion ist meistens ein langer, logischer Vortrag. Das Problem dabei? Ein Vortrag liefert ein fertiges Produkt. Das Kind muss nicht mehr nachdenken. Das Gehirn schaltet auf „Passiv-Empfang“. ​Piaget fand heraus: Ein Kind glaubt seiner eigenen Logik und seiner eigenen Wahrnehmung immer mehr als den Worten eines Erwachsenen. Wenn du sagst: „Nein, der Mond bewegt sich nicht für dich, das sieht nur so aus, weil er so weit weg ist“, dann nickt dein Kind vielleicht. Aber in seinem Kopf denkt es: „Aber ich sehe es doch genau!“ ​Es entsteht kein echtes Lernen, sondern nur ein Auswendiglernen. ​Der Zaubertrick: Das „Disäqu...

Wie wir die Entwicklung unserer Kinder am besten fördern können

Erinnerst du dich noch an das letzte Mal, als dein Kind dir die Welt erklärt hat? Vielleicht kam dabei so etwas heraus wie: „Mama, wenn die Bäume ganz doll mit den Blättern wackeln, machen sie den Wind!“ ​Unser erster Impuls als Erwachsene ist fast immer derselbe: Wir wollen korrigieren. „Nein, Schatz, der Wind bewegt die Bäume, nicht umgekehrt.“ Wir tun das in bester Absicht. Wir wollen ja, dass unsere Kinder die Welt richtig verstehen. ​Doch der berühmte Schweizer Entwicklungspsychologe Jean Piaget würde uns an dieser Stelle sanft auf die Schulter klopfen und sagen: „Halt! Lass das bitte. Damit nimmst du dem Kind die wichtigste Denkarbeit ab.“ ​Das Fundament jeder echten Entwicklungsbegleitung ist deine innere Haltung. Weg vom allwissenden Lehrer zum begeisterten „Co-Forscher“ deines Kindes. ​Das Missverständnis mit dem Trichter ​Viele von uns sind mit einem Bild von Lernen aufgewachsen, das man das „Trichter-Modell“ nennen könnte: Der Erwachsene hat das Wissen, das Kind hat es...

Wofür ist mein Problem gut?

  ​Vom „Warum“ zum „Wofür“ ​Normalerweise fragen wir bei Problemen: „Warum ist das so?“ Wir suchen die Schuld in der Vergangenheit oder in uns selbst. ​Systemisch zu denken bedeutet, die Frage zu verändern. Wir fragen: „Wofür ist das gut?“ Das klingt im ersten Moment provozierend, oder? Wer will schon ein Burnout, einen Konflikt oder ständige Selbstzweifel? Doch systemisch gesehen ist jedes Symptom, jede Macke und jedes Problem ein (oft verzweifelter) Versuch des Systems, ein Gleichgewicht herzustellen. ​Das Problem ist nicht dein Feind – es ist ein Wegweiser , der dir zeigt, dass im Beziehungsgeflecht etwas Aufmerksamkeit braucht. ​Was bringt dir das? ​Wenn du systemisch denkst, passiert etwas Magisches: Der Druck lässt nach. ​Du bist nicht mehr „schuld“. ​Du musst nicht mehr alles allein lösen. ​Du fängst an, die „Tänze“ zu erkennen, die du mit anderen aufführst, statt nur auf die Fehltritte zu achten. ​In dieser Blog-Serie möchte ich mit dir gemeinsam meine Systemis...

Die 3 goldenen Regeln der systemischen Leichtigkeit

Große Veränderungen machen oft Angst und führen zu Blockaden. Die systemische Perspektive lädt uns ein, den Druck herauszunehmen und stattdessen auf drei simple, aber kraftvolle Prinzipien zu setzen: ​1. Die Kraft der kleinen Schritte ​Wir müssen nicht das ganze Gebirge auf einmal versetzen. Ein kleiner Schritt verändert bereits die Statik im ganzen System. Wenn sich ein Teil bewegt, müssen die anderen darauf reagieren. ​Die Frage dazu: „Was wäre der kleinstmögliche Schritt, der Ihnen zeigt, dass Sie auf dem richtigen Weg sind?“ ​2. „Do more of what works“ ​Hinter diesem Satz steckt eine tiefe Entlastung. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Oft liegt die Lösung schon in unserer Vergangenheit oder in unseren aktuellen Erfolgen. Wenn wir erkennen, was bereits funktioniert, müssen wir nur eines tun: Mehr davon. ​Die Erkenntnis: Erfolg ist kein Zufall, sondern oft ein Muster, das wir nur wiederentdecken müssen. ​3. Worin ich schon gut bin: Kompetenz-Fokus statt Defizit-Jagd ​Wir verbrin...