Wofür ist mein Problem gut?

 

​Vom „Warum“ zum „Wofür“

​Normalerweise fragen wir bei Problemen: „Warum ist das so?“ Wir suchen die Schuld in der Vergangenheit oder in uns selbst.

​Systemisch zu denken bedeutet, die Frage zu verändern. Wir fragen: „Wofür ist das gut?“

Das klingt im ersten Moment provozierend, oder? Wer will schon ein Burnout, einen Konflikt oder ständige Selbstzweifel? Doch systemisch gesehen ist jedes Symptom, jede Macke und jedes Problem ein (oft verzweifelter) Versuch des Systems, ein Gleichgewicht herzustellen.

​Das Problem ist nicht dein Feind – es ist ein Wegweiser, der dir zeigt, dass im Beziehungsgeflecht etwas Aufmerksamkeit braucht.

​Was bringt dir das?

​Wenn du systemisch denkst, passiert etwas Magisches: Der Druck lässt nach.

  • ​Du bist nicht mehr „schuld“.
  • ​Du musst nicht mehr alles allein lösen.
  • ​Du fängst an, die „Tänze“ zu erkennen, die du mit anderen aufführst, statt nur auf die Fehltritte zu achten.

​In dieser Blog-Serie möchte ich mit dir gemeinsam meine Systemische Schatzkiste öffnen. Ich zeige dir Werkzeuge, mit denen du deine Perspektive wechseln und neue Lösungen finden kannst, wo vorher nur Sackgassen waren.

​Dein Schatz-Moment für heute:

​Nimm dir einen kurzen Moment Zeit und betrachte eine Situation, die dich gerade nervt. Stell dir vor, du schaust durch eine Kamera von oben auf dich und die anderen Beteiligten.

  • ​Wer bewegt sich wie?
  • ​Wenn du dich veränderst – wie müssten die anderen reagieren, damit das „Mobile“ wieder ins Gleichgewicht kommt?
  • ​Was wäre, wenn das Problem ein hilfreicher Hinweis für das ganze System wäre?

Probier es heute mal aus und beobachte einfach nur, ohne zu bewerten.

​Ich freue mich, dass du dabei bist! Im nächsten Beitrag schauen wir uns an, warum es deine größte Stärke sein kann, mal so richtig keine Ahnung zu haben.

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